Krisenteams an Schulen

INHALT
Nach den jüngsten schweren Vorfällen an Schulen (z.B. Amokläufen, Gewaltdrohungen, Extremismus oder Suizid), aber auch dem gehäuften Auftreten „kleinerer“ Gewaltformen (z.B. Mobbing, Nutzung gewalttätiger Medieninhalte) werden schulinterne „Krisenteams“ immer stärker als probater Weg erkannt, effektiv mit derartigen Problemlagen umzugehen.

Dieser richtungsweisende Ansatz beruht darauf, eine kleine Gruppe engagierter Angehöriger einer Schule wie Lehrer, aber z.B. auch Sozialarbeiter fortzubilden, die dann gemeinsam Lösungen zur Prävention und Intervention von Krisen und Gewaltvorfällen für ihre Einrichtung entwickeln und umsetzen. Die Krisenteams bauen hierfür auch eine lokale externe Vernetzung auf, etwa mit der Polizei, mit Behörden und mit psychiatrisch-psychologischen Einrichtungen. Zugleich werden Notfallpläne und Hilfsmanuale erstellt, um auch in einer Akutlage schnell und richtig handeln zu können.

Glücklicherweise hat die moderne Psychologie und Kriminologie, ebenso wie die internationale Schulforschung zahlreiche konkrete Techniken entwickelt, wie Krisen bzw. Gewalttaten an Schulen vorgebeugt und begegnet werden kann. Die enormen Fortschritte in Prävention, Früherkennung und Risikomanagement sind bislang in Deutschland jedoch noch vielfach unbekannt.

Im Rahmen dieser Fortbildung wird daher hilfreiches und praxisorientiertes Know-how vermittelt, das an jeder Schule angewandt werden kann. Eine Gruppe interessierter Lehrer und Schulsozialarbeiter kann im Rahmen der Fortbildung den kompetenten teamorientierten Umgang mit Gewalt an Schulen erlernen.

Das zweitägige Basisseminar stellt Handwerkszeug zur Verfügung, um gefährliche Dynamiken frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.

Da das Seminar auf die Praxis ausgerichtet ist, wird das Erlernte immer wieder in Übungen umgesetzt. So werden etwa das Sprechen mit auffälligen Schülern, das Erstellen von Notfallordnern und die Einschätzung von Gewaltphantasien eingeübt. Stets bleibt dabei das primäre Ziel des Seminars im Mittelpunkt: der Aufbau arbeitsfähiger Krisenteams an Schulen, die unmittelbar nach der Fortbildung ihre Arbeit aufnehmen können.


THEMEN
Kern 1: Aufbau und Zusammensetzung eines Krisenteams
• Bildung, Ausrichtung und Aufgaben des Krisenteams
• Erstellung und Nutzung von Notfallordnern
• Kommunikationsstrukturen und Sensibilisierung innerhalb der Schule
• Vernetzung und Kooperationen mit externen Kräften wie z.B. der Polizei
• Möglichkeiten von Fallmanagement und Fallkonferenzen

Kern 2: Interventionsfundus
• Warnsignale von Gewalt erkennen und deuten
• Reaktion auf Gewalt- und Selbstmorddrohungen
• Warnsignale Suizid
• Krisen und Krisenintervention
• Trauma und Traumabewältigung


ZIELGRUPPE
Lehrer, Sozialarbeiter, Pädagogen und Psychologen, die direkt an Schulen, Jugendeinrichtungen etc. tätig sind und in ihrer Institution eine strukturierte Gewaltprävention aufbauen möchten bzw. dies bereits tun. Ebenso ist das Seminar für Polizeibeamte geeignet, die Schulen zugeordnet sind oder in Krisenteams mitarbeiten.